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Ein Hörstück aufnehmen, eine Audiospur für einen Film mitschneiden, eine Internetveröffentlichung anvisieren, einen Gesprächsverlauf miterleben und O-Töne sammeln – immer sind jeweils andere Dinge zu beachten! Zentral ist folgende Frage: Für welches Veröffentlichungsmedium wird die Tonaufnahme benötigt? Beachten Sie immer auch die Vorgaben des Datenschutzes!

Keine Nachbearbeitung am PC mit einem Audioschnittprogramm kann aus einer schlechten Aufnahme eine wirklich gute machen. Deshalb ist stets die bestmögliche Tonaufnahmequalität das Ziel.

Open Source Programme wie Audacity helfen nachträglich bei kleineren Tonproblemen.

Mit der Technik des Aufnahmegerätes muss man vertraut sein: Wo startet oder unterbricht man die Aufnahme? Wie unterbricht man eine Aufnahme? Wie pegelt man aus, damit das Gerät nicht übersteuert durch Rückkopplungen (Pfeifen etc.)? Gibt es einen Windschutz für Tonaufnahmen in der freien Natur oder sogar ein Ansteckmikrofon für Interviews?

Die Art des Mikrofons ist entscheidend für die Tonqualität: 

  • Dynamische Mikrofone sind robust, unempfindlich gegen Feuchtigkeit und brauchen keinen Strom, verschlucken aber manchmal leise Töne.
  • Großmembranmikrofone sind empfindlicher, ideal für die Studioaufnahme.
  • Richtrohrmikrofone eigenen sich gut für Außenaufnahmen, wenn viele Umgebungsgeräusche oder seitliche Störquellen gedämpft werden sollen.
  • Bei digitalen Aufnahmegeräten ist das Mikrofon integriert.
  • In welche Richtung nimmt das Mikrofon auf? Ist es ein Grenzflächenmikrofon, Raummikrofon oder Richtmikrofon?

Es ist hilfreich, sich diese Informationen für das eigene Mikrofon zusammenzutragen und die richtige Position für die Aufnahme zu finden.

Vor jeder Aufnahme müssen von den beteiligten Sprechern die notwendigen Rechteeinwilligung für die anvisierte Produktion sowie die entsprechende Art/den Umfang der Veröffentlichung vorliegen.

Auf den Seiten der GEMA finden sich Informationen zu Aufführungsrechten von Musik sowie zur Musiknutzung im schulischen und öffentlichen Raum.

Nebengeräusche ausschalten:

Die beste Aufnahme ist die sogenannte trockene Aufnahme ohne Nebengeräusche. Einzelne Geräusche wegzufiltern, ist quasi unmöglich. Atmosphäre kann im Nachhinein noch montiert werden. Vor der eigentlichen Aufnahme sollte man deshalb eine Testaufnahme machen, um zu „hören“, welche Geräusche „ausgeschaltet“ werden müssen.

  • Fenster schließen, um Straßenlärm zu dämpfen
  • Standplatz für die Aufnahme suchen, der keinen Hall produziert
  • Tür schließen, um Druckergeräusche auszublenden

Danach heißt es: Mikros aufstellen!

  • Wer wird wo aufgenommen?
  • Sind die einzelnen Aufnahmequellen dafür richtig positioniert (Position, Höhe, Winkel ...)?

Abschließend die inhaltlichen Ziele der Aufnahme wiederholen und die vorbereiteten Notizen bereitlegen!

Tipps für die Aufnahme finden sich hier oder unter BR "So geht Medien".

Mitschnitt

Dafür sollte das Mikrofon mindestens eine geballte Faust (bis 30 cm) weit entfernt vom Sprecher befestigt und auf den Mund des Sprechenden ausgerichtet sein. Je weiter der Abstand umso mehr nehmen die Nebengeräusche zu.

Eine Lesung oder Diskussion kann man am besten aufnehmen, indem man das Aufnahmegerät an das Mischpult für die Mikrofone anschließt. Mischpulte besitzen an der Schule oftmals Musiklehrkräfte oder die Theatergruppe. Ansonsten bedarf es bei mehreren Teilnehmenden einer entsprechenden Anzahl an Aufnahmegeräten, deren Aufnahmen im Nachgang am PC zusammengeführt werden müssen.

Bei mehreren Sprechern ist ein vorheriges Auspegeln wichtig, damit alle Personen in der Aufnahme später in gleicher Lautstärke zu hören sind, egal wie laut oder leise der Einzelne dabei gesprochen hat. Bei digitalen Aufnahmegeräten wird während der Aufnahme die Lautstärke in Form eines Balkens angezeigt. Dieser sollte sich stets im mittleren Bereich bewegen. Einige Geräte besitzen auch eine Warnfunktion für Übersteuerung, wenn zu laut aufgenommen wird.

Genres

Ziel: Verschiedene Neuigkeiten aus der Schulgemeinschaft, Klassenprojekte und Aktuelles können hörbar gemacht werden. Um eine gute Nachrichtensendung zu produzieren, bietet es sich vorher an, einige Sendungen anzuhören und darüber zu sprechen.

Dauer: Die Sendung sollte am Anfang 5 bis 10 Minuten lang sein.

Beliebte Verbreitungswege zur Hörerin/zum Hörer:

  • Über die Schulhomepage (auf Rechte achten)
  • Über die Schulsprechanlage (Absprache mit Schulleitung)

Arbeitsteilige Produktion:

  • Gruppe A produziert den Mantel: Einstiegs- und Abmoderationstrailer, Jingles für Zwischendurch, etc.
  • Gruppe B kümmert sich um Nachricht/Beitrag 1
  • Gruppe C schreibt die Moderationen und nimmt diese auf
  • Gruppe D um Beitrag 2 usw.

Eine kleine, aber sehr feine journalistische Form ist die Straßenumfrage. Schülerinnen und Schüler brauchen zunächst nur Kenntnis über das Aufnahmegerät sowie ein bis drei gute (offene) Fragen. Wichtigste Regel ist das Vermeiden von geschlossene Fragen, die man mit einem für einen Audiobeitrag ungünstigen kurzen „Ja“  oder „Nein“ beantworten kann. Beispiel: „Glauben Sie das?“ „Ja!“

Offene Fragen sind deshalb günstiger, da sie meist längere Antworten provozieren oder erfordern. 

Beispiel: Was wünschen Sie sich für den nächsten Urlaub? Was interessiert Sie am Thema „Weltfrieden?“

Das Interview ist eng mit der Umfrage verwandt. Im Gegensatz dazu werden aber nur einige Experten/Expertinnen befragt. Hier geht es meist um ein bestimmtes Thema, zu dem vertiefte Fragen gestellt werden. Beispielsweise wird man sich mit dem Mitarbeiter im Klärwerk eher nicht über Politik unterhalten, sondern über Wasserqualität, etc.

Ähnlich wie die Nachrichtensendung besteht ein Podcast aus verschiedenen Audioelementen, die auch arbeitsteilig produziert werden können. Häufig wechseln sich hier verschiedene Stilelemente ab (Musik – Sound – Sprache – Trenner – Interview, etc.).

Im klassischen Fall wird ein Hörspiel für den Rundfunk konzipiert. Dabei unterscheidet man zwei große Kategorien:

  • Das traditionelle oder literarische Hörspiel, vertont Werke der Literatur oder Ausschnitte, setzt sie erzählerisch mit den Mitteln der Sprache in Szene. Neben rechtlichen Aspekten muss auf eine gewisse Hörbarkeit (Länge, Sprechgeschwindigkeit, Fülle an Informationen) geachtet werden.
  • Das experimentelle Hörspiel verbindet Sprache, Musik, Geräusche zu Kompositionen, Klangcollagen, Sprachexperimenten, Medleys, Klanglandschaften oder einem Pophörspiel.

Aufnahmetechnisch unterscheidet man u. a.:

  • Das One-shot-live Hörspiel: Die Sprecher üben vorher ihre Texte, die Musiker ihre Musikstücke und die Geräuschemacher ihre Geräusche. Diese Komposition wird dann in einem Durchlauf aufgenommen.
  • Das produzierte Hörspiel: Ton, Musik und Sprache werden einzeln aufgenommen und später am Rechner montiert.
  • Ein Hörspiel kann außerdem mit vielen handelsüblichen Computerprogramme um Bilder erweitert werden. Die visuelle Ebene kann dann die auditive ergänzen, in Frage stellen oder unterstützen (Filmmusik).

Ein Audioguide gibt vertonte Informationen zu Ausstellungs-, Museums- oder Stadtbesichtigungen wieder. Er kann zu verschiedensten Dingen bzw. Thematiken erstellt werden: zu einem Denkmal, zu einem Bild, einer Ausstellung, einem Ort etc.

Das Dateiformat der Files sollte von den verschiedensten portablen Abspielgeräten wiedergeben werden können (Smartphone, MP3-Player, Tablet, etc.).

Bild – Ton – Internet können auf verschiedenste Arten und in unterschiedlichsten Varianten kombiniert werden. Die Audioaufnahme übernimmt dabei diverse Funktionen (Untermalung, Information, Kontrast, …).

Tipps zu einem e-Book-Radio